Blog

06.09.2018 Valentin Alex

Dharma statt Drama

  Das Dharma der Weisheit, zu dem wir erwachen können, ist die Wahrheit, die genau dort ist, wo wir sind...Das Dharma der Weisheit, zu dem wir erwachen können, ist die Wahrheit, die genau dort ist, wo wir sind...

Nach einem langen Sommer plötzlich wieder mit Pullover und Jacke unterwegs? 20 Uhr und schon fast dunkel? Der Herbst schleicht sich an. Kein Drama. Dharma statt Drama!

Nach einem langen Sommer plötzlich wieder mit Pullover und Jacke unterwegs? 20 Uhr und schon fast dunkel? Der Herbst schleicht sich an. Kein Drama. Dharma statt Drama!  


„Das Dharma der Weisheit, zu dem wir erwachen können, ist die Wahrheit, die genau dort ist, wo wir sind - wenn wir uns von unseren Fantasien und Erinnerungen lösen und uns auf die Wirklichkeit der Gegenwart einlassen.“ –Jack Kornfield-  


Die meisten Menschen gehen mit Veränderungen verkrampft um. Aber Leben bedeutet Veränderung! Es gibt nichts Statisches, Unbewegliches, ewig Gleiches. Wenn man Veränderung mit Unsicherheit assoziiert, dann steckt man schon mitten im Dilemma. Wenn die Vergangenheit vergeht und man sie nicht gehen lassen will, stagniert die Lebendigkeit. Festhalten führt zu einer Starre, die unflexibel macht. Wenn sich das Leben verändert: der Job, die Partnerschaft, die finanzielle Situation, die Gesundheit, die Freundschaften, die Wohnung, die Jahreszeiten, das Alter... und jemand befindet sich in dieser Starre, reagiert er nicht mehr auf die Gegenwart.


Veränderung möchte unser Leben immer zum Besseren wenden. D.h. Veränderung ist immer eine Chance, auch wenn wir es zuerst nicht wahrhaben wollen. Aber 5-10 Jahre nach gravierenden Veränderungen kannst Du die betroffenen Menschen befragen und sie werden signifikant positiv über diese umwälzende Zeit und ihre Auswirkungen berichten. Wir sehnen uns zutiefst nach dem Lernprozess, den Veränderungen in uns auslösen. Unsere Seele will sich entwickeln und nicht stehenbleiben.


Wenn die Jahreszeiten ihr Werk tun und der Herbst nach seinem Recht greift, ist Veränderung ja noch irgendwie verständlich. Es wäre ja sonst ein Kampf, wie Don Quichote ihn gegen die Windmühlenflügel bestritt. Murrend, aber einsichtig verabschiedet manch einer nostalgisch den Sommer mit seinen milden langen Abenden. Aber wer voller Vorfreude auf eine neue Erfahrung die neue Jahreszeit begrüßt, ist auf der Seite der Gegenwart. Hier ist alles willkommen.


Wenn Veränderungen anstehen, und die stehen im Kleinen, wie im Großen immer wieder an, dann sind wir klug beraten, nicht auf die Leinwand unseres Kopfkinos zu schauen, denn da steht vorwiegend Drama auf dem Programmplan, wenn nicht sogar Grusel- und Horrorfilme. Der Verstand neigt einfach zu Sorge und Zukunftsangst. Stattdessen sollten wir alle „Techniken“ nutzen, die uns zur Verfügung stehen, um in die Gegenwart zu kommen. Da tut so ein kühler Herbstwind gut, wenn man mal so richtig tief einatmet und die Lungen sich mit Lebenselixier füllen können.  


Der Weise heißt nicht nur die augenscheinlich „positiven“ Dinge in seinem Leben willkommen. Er hält ganz bewusst die Arme geöffnet, wenn er verunsichert ist, denn er kann nie so recht wissen, was die Situation von oben betrachtet für sein Leben bereit hält.  Und von ganz oben betrachtet ist die Situation nicht nur für sein eigenes Leben, sondern auch für das seiner Liebsten, seiner Brüder und Schwestern, für das Leben all seiner Mitmenschen eine Chance. Also lasst uns die Scheuklappen abnehmen und das Weitwinkelobjektiv nutzen, um mehr zu erfassen, als nur den „Kleinkram“ im Egozentrum.