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01.08.2018 Valentin Alex

endless summer

  Jugend ist kein Lebensabschnitt sondern ein Geisteszustand...Jugend ist kein Lebensabschnitt sondern ein Geisteszustand...

"Meine Stadt hat Fieber. Sie tropft und klebt. Wir haben schwere Glieder. Der Kopf tut weh. Wir sind wie 'n alter Hund, der grad noch steht. Wir ham's verzockt, verbockt, der Doktor kommt zu spät." -Peter Fox-

"Meine Stadt hat Fieber. Sie tropft und klebt. Wir haben schwere Glieder. Der Kopf tut weh. Wir sind wie 'n alter Hund, der grad noch steht. Wir ham's verzockt, verbockt, der Doktor kommt zu spät." -Peter Fox-

Wie Peter Fox die Stadt Berlin in seinem Song "Fieber" beschreibt ist durchaus zutreffend. Dieser Sommer polarisiert. Manche finden die Hitze super, andere sind kaum noch lebensfähig. Die Einen begrüßen das mediterrane Klima in Mittel-/Nordeuropa, andere sorgen sich über den Klimawandel. Bauern und Gärtner beten um Regen, andere sind sorglos und gehen baden. Und wie immer gilt die Regel: "Mach das Beste draus!".

Wenn die Hitze lähmt und Du das Gefühl hast, Deine Glieder nicht mehr bewegen zu können. Wenn Du nur noch die Sehnsucht nach einer mit Eiswürfeln gefüllten Badewanne verspürst. Wenn eiskalte Getränke die Kehle erfrischen, aber 5 Minuten später die Erleichterung wieder lähmender Hitze die Türen öffnet. Dann weisst Du, das die Hitze "Tamas" verstärkt.

Tamas ist einer der drei Gunas (Eigenschaften der Natur) und manifestiert sich im Menschen als Trägheit. Jetzt könnte man sagen, wenn es eine Eigenschaft der Natur ist, ist das doch völlig ok. Das stimmt... teilweise. Wenn jemand hyperaktiv ist und nie "runterkommt", dann könnte eine Portion Tamas nicht schaden, um wieder Erdung zu erlangen. Wenn aber ein Gefühl von Lähmung oder müder Trägheit vorliegt, wäre es ratsam, Tamas zu überwinden.

"Jugend ist kein Lebensabschnitt sondern ein Geisteszustand, ein Schwung des Willens, Regsamkeit der Phantasie, Stärke der Gefühle, Sieg des Mutes über die Feigheit, Triumph der Abenteuerlust über die Trägheit." -Albert Schweitzer-

Es ist die Jugend in uns, die über die Hitze hinaus, über Widerstände hinaus, über alle Widrigkeiten hinaus wachsen möchte. Die Yogis nennen es Sattva. Die absolute Klarheit, Leichtigkeit und Harmonie, die unabhängig von äußeren Umständen in uns existieren. Auf dem Weg dorthin unterstützt uns Rajas, die Bewegung und der Tatendrang. Rajas, das innere Feuer kann auch extreme Unruhe auslösen, hilft uns aber, die Trägheit zu überwinden. So können wir Schritt um Schritt in ein Leben hineinwachsen, für das wir gemacht/ bestimmt sind.

Denn ein träger Mensch wird immer eine Form von Bequemlichkeit zelebrieren, die ihn, je älter er wird, in die Mentalität: "Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht" hineinzieht. Das reduziert diesen Menschen und schmälert den geistigen und emotionalen Horizont. Im Gegenzug trägt ein "bewegter" Mensch dazu bei, starre und unbewegliche Ansätze in sich aufzulösen und neugierig/ jung zu bleiben.

Wir empfehlen deshalb bei dieser Hitze, so sehr es auch Überwindung kostet: BEWEGE DICH!
Mach Yoga, treibe Sport, geh spazieren, atme tief, denn die Tendenz bei Hitze ist Kurzatmigkeit. Trinke viel Wasser (ohne Kohlensäure), trinke nicht die ganze Zeit Eisgekühltes. Ernähre Dich sattvisch. Bei Hitze geht das ideal, weil der Hunger nicht so groß ist und auch Rohkost oder Salat leicht verdaut werden. Und vor allem, bleib innen und aussen beweglich. Verhindere die Trägheit, die einen auf dem Sofa vor dem Fernseher versacken lässt. Höre auf die innere Lebendigkeit. Wer ist schon wahrhaft lebendig beim Zappen durch die Fernsehkanäle oder durch die zahllosen netflix-Serien.

Das, was wir hier im Yogaletter schreiben, bewegt auch immer uns selbst. Und das heisst nicht, dass wir selbst immer alles "richtig" machen. Es kommt nur auf den Willen an, Altes und Tamasisches in uns zu überwinden. Irina hat die letzten 9 Tage ein Advanced Teacher Training bei Ana Forest in Berlin absolviert. Bei extremer Hitze war der Tagesablauf morgens 4 1/2 Stunden und abends 3 1/2 Stunden Zeremonie, Praxis und Teaching. Und wer Ana Forest kennt, weiss, wie intensiv dieser Yogastil ist. Irina hat ein Tattoo auf ihrem Unterarm: "per aspera ad astra" übersetzt: "Durch das Rauhe zu den Sternen".  Und genauso kam sie jeden Tag aus diesem Training: Stern- und lichterfüllt. Das ist natürlich ein Extrem. Aber es erfüllt mit der Zuversicht, dass es sich lohnt, innere Grenzen zu sprengen.

Valentin hat in dieser Zeit ein HAKA-Seminar besucht. Das ist der Tanz der neuseeländischen Ureinwohner, der Maoris. Manche von Euch kennen vielleicht die Videos der neuseeländischen Rugby-Mannschaft, die vor dem Wettkampf immer HAKA tanzen. Ebenfalls bei extremer Hitze war dieser Tanz für mich äußerst herausfordernd, da es bei ihm kein 50% gibt. Es gilt nur absolute Präsenz und 100% Einsatz. Wer mal einen kleinen Einblick möchte, ich gebe gerne einen Mini-HAKA-Workshop auf unseren Yoga-Retreats.

Wir freuen uns auf Dich, auf einer unserer Yoga-Reisen, die bewegen!
Und wie Du vielleicht weisst oder gehört hast, bewegen wir, vom Yoga Team Berlin, NICHT  nur den Körper.
Wir freuen uns auf Dich.
Herzliche Grüße und einen inneren "endless summer"
Valentin und das gesamte Yoga Team Berlin.